2015-04-21

Cave du Rhodan gewinnt Prix Agrivalais 2015

Cave du Rhodan Mounir Weine aus Salgesch gewinnt den Prix Agrivalais 2015 mit der ersten Wurmerdenanlage im Wallis und zudem der ersten Anlage überhaupt, welche unter anderem Trester als Input zu hochwertigem Dünger verarbeitet.

Olivier und Sandra Mounir von der Cave du Rhodan in Salgesch präsentieren zusammen mit Beat Senn, Geschäftsführer der Firma VermiSuisse, die mit Solarwärme versorgten Wurmerdeanlage in Salgesch.(Bilder: zVg)

Jährlich vergibt die Walliser Landwirtschaftskammer (WLK) den Prix Agrivalais. Mit dem Preis honoriert die WLK diejenigen Unternehmen oder Organisationen, die sich durch Dynamik, Kreativität oder durch eine besondere Dienstleistung unterscheiden. Es werden damit auch Projekte, Infrastrukturen und Anlagen honoriert, welche die Qualität und Entwicklung verbessern und Rücksicht auf unsere Energiequellen, unsere Rohstoffe und Umwelt nehmen. Die Preisverleihung fand am 21. April anlässlich der Generalversammlung der Walliser Landwirtschaftskammer in Conthey statt.

Die Wurmerdeanlage als solches ...

Im Jahre 2015 geht dieser Preis an das Walliser Weingut Cave du Rhodan Mounir Weine in Salgesch. Es hat mit Unterstützung der Firma VermiSuisse Wurmerde GmbH aus Krattigen/BE eine Wurmerdeanlage entwickelt. Es ist dies die erste Anlage im Wallis beziehungsweise in der Schweiz, welche in dieser Art aus den Grundmaterialien Trester/Marc, Rinder- und Rossmist einen optimalen Dünger für die Reben herstellt.

... und das Endresultat, die Wurmerde in gesiebter Form.

Durch den konsequenten Verzicht auf chemisch-synthetischen Dünger und den Einsatz dieses qualitativ hochwertigen Komposts erreicht das Weingut mehrere Ziele einer nachhaltigen Landwirtschaft gleichzeitig:

  • qualitativ hochwertiger Dünger, welcher den Boden langfristig aufwertet
  • keine Nährstoffabschwemmung durch die gute Einlagerung der Nährstoffe in den Wurmkrümeln
  • optimale Rückgabe der entzogenen Mikronährstoffe durch vollständige und schonende Nutzung des Tresters
  • saisongerechte Nährstoffversorgung im Frühling (anstatt traditionell im Herbst mit entsprechenden Verlusten)
  • ressourcenschonende kontrolliert aerobe Kompostierung von Mist zum Schutz unseres Klimas
  • wird im Betrieb selbst produziert und das Ausgangsmaterial stammt von lokalen Bauern bzw. aus der eigenen Produktion
  • viermal weniger Gewicht zum Verteilen (im Vergleich zu Mist), spart damit Arbeit und Energie
  • nachhaltige Erhöhung der organischen Substanz in den mageren Rebböden

Zukünftig möchte Cave du Rhodan und VermiSuisse in der Region weitere Winzer und Bauern motivieren, grössere Anlagen aufzubauen und genossenschaftlich zu organisieren. Mit einer professionellen Vermarktung kann dieser Edelkompost über den Eigenbedarf der Winzer hinaus schweizweit verkauft und damit ein Zusatzeinkommen für die Bauern realisiert werden.

Die Firma VermiSuisse Wurmerde GmbH hat sich auf die Planung und Projektentwicklung von Wurmerdeanlagen spezialisiert. Es war denn auch die Idee des Mitinhabers Dr. Samuel Moser, gemeinsam mit der Winzerfamilie Mounir eine Versuchsanlage mit Trester aufzubauen.
Olivier Mounir, Inhaber des Familienbetriebes Cave du Rhodan, ist bekannt für seine visionären Denkansätze und so nahm er die Idee sofort auf.

Das Weingut in dritter Generation verfolgt konsequent die «enkeltaugliche Landwirtschaft» – so Mounir - «da wir es unseren Kindern ganz einfach schuldig sind». Nach den Jahren des ökonomischen Wachstums während der ersten Generation, der massiven Qualitätsbestrebungen der zweiten Generation sieht es die aktuelle Führung als ihre Aufgabe an, eine ganzheitliche Nachhaltigkeit im Betrieb zu leben. «Qualität bleibt zentral, das beweisen die über 150 Auszeichnungen an internationalen und nationalen Weinprämierungen. Wir setzen dann mit unserer Philosophie aber noch das i-Pünktchen», sagt Mounir.

Nicht überraschend wurde deshalb das Weingut - als erstes überhaupt – im letzten Jahr von der Zürcher Kantonalbank für sein Nachhaltigkeits-Gesamtkonzept mit dem Sonderpreis für Nachhaltigkeit geehrt. «Das Agrivalais Preisgeld von 6'000 Franken wird garantiert wieder in neue Projekte investiert - eventuell in die Weiterentwicklung der Wurmerdeanlage», erwähnt Winzer Mounir mit einem Lächeln.

Weblink: www.rhodan.ch

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Eigenschaften von Wurmerde

Wurmerde verbessert die Bodenqualität nachhaltig. Erreicht wird das vor allem durch die Krümelstruktur, die Tonmineralien und die aktiven Mikroorganismen. Die Wurmerde versorgt die Pflanzen langfristig mit Haupt- und Spurenelementen und unterdrückt Krankheiten wegen der grossen Mengen des Bakteriums Pseudomonas fluorescens. Sie verschafft der Saat einen Keimvorteil und fördert das Bodenleben. Wurmerde eignet sich für Aussaten, als Boden für Setzlinge, Topfpflanzen sowie als Dünger.

Ton-Humus-Komplexe, Bakterien und Pilze halten die Krümel zusammen und sorgen so dafür, dass die Erde beim Giessen nicht verschlammt. Die Wasseraufnahme wird soweit verbessert, dass die Nährstoffe nicht ausgewaschen werden. Resultat: Die durch den Verdauungsvorgang des Regenwurmes zerriebenen mineralischen Anteile stehen in grosser Menge als Kieselsäure zur Verfügung. Dies dient der Aushärtung der Blattoberfläche (Epidermis) und führt zu höherer Widerstandsfähigkeit gegen Windbruch, stechende und saugende Insekten oder Blattkrankheiten. Dank Wurmerde nimmt das Wachstum und die Qualität zu, insbesondere bei nährstoffzehrenden Pflanzen wie z.B. Tomaten.

«Die Würmer verarbeiten Festmist und Trester (organisches Material aus der Weinherstellung) und produzieren daraus Wurmerde. Die Wurmerde enthält im Vergleich zur Gartenerde ein Mehrfaches an wichtigen Nährstoffen in gebundener Form und lässt sich sehr einfach dosieren und ausbringen», sagt Olivier Mounir

Zusammensetzung
    •    Stickstoff 2.2%
    •    Phosphor 1.2%
    •    Kalium 2.4%
    •    Magnesium 0.6%
    •    Calzium 5.7%
    •    Eisen 0.9%
    •    und weitere Spurenelemente gebunden in feinkörniger Wurmerde.
    •    Ph-Wert 7.2
    •    Rein pflanzliches Produkt
    •    Keine Nährstoffe von tierischer Herkunft
    •    Auf der FIBL Hilfsstoffliste 2012 gelistet

Der Kompost-Mistwurm (Eisenia foetida)
Er wird bis 14 Zentimeter lang und hat auffallende gelbe Ringe. Überleben kann er nur, wenn er ausreichend Nachschub an organischem Materialien hat. Dieses findet er in einem abgekühlten Kompost- oder Misthaufen. Am aktivsten ist er bei einer Temperatur zwischen 15 und 25 Grad Celsius. Den Eisenia foetida bevorzugen wir, weil er sich sehr schnell vermehrt und er auf dem Bio-Hof bereits vorhanden ist.

Partner
Partner der VermiSuisse Wurmerde GmbH sind das Tropenhaus Freudigen, der Biohof Widacher, die Stiftung Bad Heustrich und die Cave du Rhodan.

www.vermisuisse.ch