2013-04-08

Coop setzt auf Weine vom Bielersee

Ab heute gebe es in zahlreichen Coop-Filialen neue Weine vom Bielersee zu kaufen, schreibt das Bieler Tagblatt. Für die Winzer sei das eine Chance, sich zu präsentieren und für die Region zu werben.

Regionale Produkte haben seit einiger Zeit bei den Konsumenten Hochkonjunktur. Geografische Nähe ist im Trend, das gilt auch für den Wein. Das wissen nicht zuletzt die Schweizer Detailhändler – sie setzen konsequent auf diese Entwicklung. Die jüngste Erweiterung im Angebot hat Coop vorgenommen: Ab heute gibt es in ausgesuchten Filialen in den Kantonen Bern, Solothurn und Freiburg Spezialitäten aus den hiesigen Rebbergen zu kaufen (siehe Infobox). Alle Weine entsprechen dabei dem Qualitätsstandard «Appellation d’Origine Contrôlée». Nicht zu Letzt geschah die Erweiterung der Wein-Palette auch im Hinblick auf das Eidgenössische Turnfest vom kommenden Juni in Biel.
Für die Bielerseewinzer und ihren Wein ist das eine einmalige Gelegenheit, ihre Produkte einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Coop ist der grösste Weinhändler der Schweiz und zieht dementsprechend Kundschaft an. 850 Weine aus der ganzen Welt hat der Detailhändler heute im Sortiment und darunter sind insgesamt 16 vom Bielersee.

Fachjury prüft die Weine
«Ich finde es sehr gut, dass Coop auf regionale Weine setzt», sagt Manuel Bourquin. Der Jung-Winzer aus Schernelz zeigt sich erfreut über die Tatsache, dass der Detailhändler die kleineren Betriebe berücksichtigt und auf Spezialitäten setzt. Bourquin Weinbau ist einer von fünf Produzenten vom Bielersee, der neu an Coop liefern darf. Der mittlere Familienbetrieb umfasst 2,9 Hektare Reben und stellt aus acht Traubensorten 15 verschiedene Weine her. Coop hat sich für zwei davon entschieden. Bereits seit längerer Zeit führt Coop vier weitere Winzer aus der Region im Sortiment.
Die Anfrage, ob er seinen Wein an Coop liefern möchte, sei von der Rebgesellschaft Bielersee gekommen, so Bourquin weiter. Das bestätigt denn auch Michael Hählen, Präsident der Infostelle Bielerseewein: Coop habe sich bei ihm gemeldet. «Die Rebgesellschaft selbst liefert keine Weine, sondern hat Coop interessierte Bielerseewinzer vermittelt.»
Ganz einfach ist es allerdings nicht, bei Coop aufgenommen zu werden. Laut Saraina von Grünigen von der Verkaufsregion Coop Bern, mussten die interessierten Winzer ihre Muster einsenden. Diese wurden anschliessend von einer Fachjury degustiert und bewertet. Wer akzeptiert wurde, bei dem machten die Experten vor Ort einen Besuch und führten die Verhandlungen über Preise und Menge. Mit dabei war auch der Coop-Chefeinkäufer für Weine.

Werbeeffekt für die Region
Trotz des erweiterten Angebots bei Coop bleibt der Anteil des Detailhandels am Verkauf von Bielerseeweinen mengenmässig gering. Der Direktverkauf dominiert. Allerdings trage die Präsenz in den Regalen von Coop wesentlich zu einer guten Wahrnehmung der Wein-Region Bielersee in der Bevölkerung bei, betont Hählen.
Zudem ist der Präsident der Infostelle Bielerseewein überzeugt, dass die Aufnahme neuer Weine in das Coop-Sortiment einen positiven Werbeeffekt für die ganze Region hat. Dieses Geschäft sei ein kleines, aber wichtiges Mosaiksteinchen. «Jede erfolgreiche und bedeutende Weinbauregion hat das Ziel, in allen Verkaufskanälen präsent zu sein: bei den Privatkunden, in der Gastronomie und im Handel», so Hählen. Und ähnlich sieht das auch Bourquin: «Es ist eine gute Werbung für mich und für die ganze Region.» Schliesslich sei es auch eine Anerkennung seiner Arbeit, von den Coop-Experten ausgewählt worden zu sein.

Da die Weine aber alle in sehr begrenzten Mengen vorhanden seien, so von Grünigen, gelte das Motto: «Es het so langs het.»

Bielerseewein im Angebot
In den folgenden Coop-Filialen sind ab heute diverse Weine aus Neuenstadt, Ligerz, Schernelz, Schafis und Tüscherz erhältlich:
• Biel: Bahnhof, Boujean, Bözingen, Mett, Nidaugasse
• Seeland: Nidau, Lyss Stigli, Ins, Büren, Aarberg
• Kanton Bern: Bern Wankdorf, Heimberg Center, Langnau Ilfiscenter
• Kanton Solothurn: Grenchen, Bettlach
• Kanton Freiburg: Murten, Kerzers

Quelle: Bieler Tagblatt


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