Welschriesling


Herkunft

Über die Herkunft der Welschriesling gibt es zwei unterschiedliche Theorien: Einige Ampelographen vermuten eine Herkunft aus Italien, da Welschland ein üblicher Begriff für dieses Land war. Dagegen spricht, dass in Österreich-Ungarn zeitweise alle Rebsorten ausländischer Herkunft mit «Welsch» bezeichnet wurden.
Die heute überwiegende Theorie geht davon aus, dass die Welschriesling aus der Champagne stammt und über Heidelberg, wo sie wegen ihrer französischen Herkunft «Wälschriesling» genannt wurde, in die Habsburgermonarchie gelangt ist.

Nicht verwandt ist Welschriesling mit dem Weissen Riesling.


Verbreitung

Der Welschriesling ist die wichtigste Rebsorte der ungarischen Weinbauregion Badacsony (Olaszrizling)  Auch in Österreich hat diese Rebsorte eine grosse Bedeutung. Während rund um den Neusiedlersee eher Süssweine ausgebaut werden, findet man in der Steiermark trockene und fruchtig ausgebaute Weine. Im Jahr 2009 umfasste der Welschriesling 8,2 Prozent der gesamten Rebfläche Österreichs und war damit nach dem Grünen Veltliner die am meisten verbreitete weisse Rebsorte.

Welschriesling wird hauptsächlich in Slowenien (Laški Rizling) und Kroatien (Graševina). Weitere Anbaugebiete sind Italien (Riesling Italico), Tschechien (Ryzlink vlašský), Rumäniern und die Slowakei.


Eigenschaften

Welschrieling ist eine spätreifende Weissweinsorte mit fruchtiger Säure.

Beim Welschriesling besteht eine Anfälligkeit gegen Stiellähme, der durch geeignete Kulturmassnahmen entgegengewirkt werden kann.


Weintyp

Weine aus der Sorte Welschriesling besitzen eine sehr fruchtige Säure. Am besten schmeckt dieser Weisswein in seiner Jugend, der leichte Wein wird besonders gern in den Sommermonaten getrunken und wird in vielen Fällen mit Sprudel oder Soda gemischt. Der Duft des Welschrieslings geht in die Richtung von Heu und von Nuss.


Synonyme

Aminea Gemela, Biela Sladka, Bielasladka Grasica, Glasica, Grasavina Talijanska, Grasevina, Grasica, Groshevina, Italianski Rizling, Laski Rizling, Nemes Olaszrizling, Olaszrizling, Petit Riesling, Petracine, Rakusky Rizling, Riesler, Riesli, Riesling, Riesling Italian, Riesling Italico, Risling Italyanskii, Risling Vlashskii, Rismi, Rizling Italico, Rizling Vlassky, Talianska Graseviana, Talijanski Rizling, Vlasak, Italian Riesling


Nomenklatur


Die Terminologie Interspezifische Sorten ist nicht nur nicht mehr aktuell, sondern wurde durch die EU-Gesetzgebung sogar verboten, denn Prof. Dr. Volker Jörger hat für die neue EU-Gesetzgebung vor ca. 4 Jahren eine neue klare Definition pilzwiderstandsfähiger Rebsorten abgegeben und seit da wurde beschlossen, dass angemeldete PIWI-Rebsorten bei über 96% Vitis vinifera Genmaterial und einem Vitis vinifera Habitus als Vitis vinifera gilt und die Bezeichnung Interspezifisch wurde diesbezüglich verboten.

Im Gegenteil ist es EU-weit sogar so, dass mittelfristig, wegen dem CO2-Ausstoss, welcher bis 2020 halbiert werden muss im Rebbau, heute alle Forschungsinstitutionen vernetzt die traditionellen Rebsorten mit PIWI's kreuzen müssen, um den Spritzmittelbedarf und den CO2-Verbrauch zu drosseln. Einzig Frankreich stellt sich dagegen, aber die sind sehr stark unter Druck, da alle andern an den Forderungen halten…

Informationen zu PIWI-Sorten gibt es unter www.piwi-international.org

(Quelle: Martin Buser, 10. Juli 2014)


Wir arbeiten an einem Relaunch von weinlandschweiz.ch. Deshalb greifen wir nicht mehr in die aktuelle Programmierung ein, sondern werden die Bezeichnung pilzwiderstandsfähige Sorten in der neuen Datenbank berücksichtigen.


Sprachregelung


Die Schriftlegung um Rebsorten und Wein ist verwirrend. Auf weinlandschweiz ist das Problem wie folgt gelöst:

  • Die Rebe ist weiblich, ebenso die Sorte. Deshalb wird zur Bezeichnung der Rebsorte der weibliche Artikel verwendet: Die Pinot Noir, die Chasselas und die Merlot.
  • Der Wein ist männlich. So bezeichnet der männliche Artikel vor einer Rebsorte den daraus gekelterten Wein: Der Pinot Noir, der Chasselas und der Merlot wird im Barrique ausgebaut.
  • Verwirrend ist auch das Spiel der Farben: Weisse (Weissburgunder), gelbe (Gelber Muskateller), graue (Grauburgunder) und rote Trauben (Rotgipfler) ergeben einen Weisswein. Die Trauben für Rotwein hingegen sind, mit einigen Ausnahmen, alle blau (Blauburgunder) oder schwarz (Pinot Noir).
  • Die Farbbezeichnung einer Rebsorte gehört wie der Vorname zum Namen. Deshalb werden beide Wörter gross geschrieben: Sauvignon Blanc, Pinot Noir, usw.