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Marsanne Blanche

Herkunft

Marsanne ist eine Gemeinde im Südosten Frankreichs, in der Region Rhône-Alpes im Département Drôme gelegen. Der Ort wurde im 11. Jahrhundert gegründet und gilt als Namensgeber der weissen Rebsorte Marsanne Blanche.
Meistens wird die Rebsorte kurz Marsanne genannt. In Frankreich wird sie im ganzen Rhônetal und im Midi angebaut. Das Synonym Hermitage leitet sich von der Eremitenbehausung des Kreuzfahrers Henri Gaspard de Sterimberg (1224) ab, der sich auf den Hügel von Tain zurückzog, um sich dem Gebet und dem Weinbau zu widmen. Seine Kapelle ist noch erhalten. Und noch heute ist sie mit einem Anteil von bis zu 15 Prozent in den Rotweinen von Hermitage enthalten.
Die Rebe soll von Tain-Hermitage Mitte des 19. Jahrhunderts durch Oberst Dénéréaz ins Wallis gebracht und erstmals unterhalb von Clavoz bei Sitten angebaut worden sein. Im Wallis werden die Weine heute unter den Bezeichnungen Marsanne Blanche, Hermitage und Ermitage angeboten.


Verbreitung

Im nördlichen Rhônetal  findet die Marsanne Blanche häufig als Assemblage mit Roussanne oder Viognier Verwendung. Die bekanntesten Weine sind die weissen Hermitage, Saint-Joseph und Crozes-Hermitage. Weiter im Süden ist sie Bestandteil der Coteaux du Tricastin, Côtes du Rhône, Côtes du Rhône Villages und Côtes du Vivarais. Eingang findet sie auch in die AOC-Weine von Corbières, Costières de Nîmes, Coteaux du Languedoc, Faugères, Minervois und Saint-Chinian sowie denen von Cassis. Weitere Anbaugebiete sind seit 1860 Australien (Victoria) und der Kanton Wallis.


Eigenschaften

In der Ampelographie wird der Habitus folgendermaßen beschrieben:
  • Die Triebspitze ist stark weisswollig behaart, mit karminrotem Anflug. Die Jungblätter sind leicht behaart und gefleckt kupferfarben.
  • Die grossen und dicken Blätter sind fünflappig und tief gebuchtet. Die Stielbucht ist geschlossen, wobei sich die Enden überlappen. Das Blatt ist stumpf gezähnt. Die Zähne sind im Vergleich der Rebsorten sehr weit gesetzt. Die Blattoberfläche (auch Spreite genannt) ist blasig derb.
  • Die konusförmige Traube ist mittelgross bis gross, geschultert und lockerbeerig. Die rundlichen saftigen Beeren sind klein bis mittelgroß und von gold-weißer Farbe.
Die Rebsorte Marsanne treibt spät aus und reift ca. 20 Tage nach dem Chasselas: Sie zählt daher zu den mittelspätreifenden Sorten. Sie wird häufig vom Falschen Mehltau und von der Grauschimmelfäule befallen. Gegen den Echten Mehltau ist sie recht resistent.


Weintyp

Die Marsanne Blanche ergibt auf Kalkböden sehr gut lagerfähige, kraftvolle Weine. Der goldgelbe Wein duftet nach Quitten und Ananas und hat ein leichtes Mandel-Bouquet.
Die besten Lagen ergeben grossartige Weine mit Körper und intensiven Aromen bis hin zu Flêtri-Typen mit Restsüsse.
Nach einigen Jahren Lagerung entfaltet die Marsanne Aromen von Honig und Wachs von einer seltenen Intensität.


Synonyme

Avilleran, Avilleron, Champagne Piacentina, Ermitage, Ermitage blanc, Ermitazh, Grosse Rousette, Hermitage, Johannisberg, Marsan Belyi, Marsanne, Marzanne, Metternich, Rousseau, Rousette de Saint peray, Rousette grosse, White Hermitage und Zrmitazh