2017-07-26

Die besten Weinkarten der Schweiz 2017

Nicht weniger als 253 Weinkarten wurden zum Swiss Wine List Award 2017 eingereicht. 181 erreichten die Finalrunde, davon wurden 25 mit 5-Sternen ausgezeichnet. Damit hat der erstmals vom Weinmagazin VINUM durchgeführte und unter dem Patronat von Schweizer Sommelier-Verband ASSP stehende Wettbewerb sämtliche Erwartungen übertroffen.

«Manchmal braucht es von den Gastronomen ein wenig Mut, den Gästen auch weniger bekannte Gewächse von aufstrebenden Winzern anzubieten. Diese Inspiration aber, nämlich Speisen auf authentische Art und Weise mit Weinen zu komplementieren, wird dafür immer mehr zum Erfolgsfaktor eines Restaurants.» Carlo Wismer, Casa del Vino

Gesucht waren die besten und ambitioniertesten Weinkarten der Schweiz von Restaurants, Gourmetlokalen, Hotels oder Trendrestaurants, die von Sommeliers, Maîtres, Restaurantleitern, Chefs de Service, Gastwirten und Hoteliers kreiert wurden. Die namhafte, unabhängige Jury legte, unter anderem, besonderen Wert auf die Qualität, Breite und Tiefe der Weinauswahl, die Pflege der Jahrgänge und die Aktualität des Weinangebots.

Dann hatte die Fachjury die Qual der Wahl, denn das Niveau war hoch, höher, am höchsten. Von klassisch bis modern, und stets mit viel Engagement und Leidenschaft: so das Fazit der Fachjury nach der Prüfung und Bewertung von insgesamt 253 Weinkarten aus allen Winkeln der Schweiz. Dabei war die Jury des Swiss Wine List Award 2017 von der Vielfalt der Einsendungen sehr positiv überrascht. Was klar wurde: Die Schweizer Gastronomie verfügt über eine enorme Vielfalt in ihren Weinkellern. Von der Elite bis hin zum charakterstarken Weinmacher.

«Der Gast soll nicht überfordert werden mit nur für den absoluten Fachmann verständlichen Voten oder mit Platitüden, die keine Aussagekraft besitzen. Der Gast soll motiviert werden, sich zu informieren, auch einmal etwas Neues zu probieren, Neugier wecken und die Kompetenz des Betriebes ausweisen.» Elio Frapolli, Hotelier und Diplomsommelier ASSP

Dennoch: Nicht der Umfang des Weinkellers war entscheidend. Oftmals brachte eine klare Struktur im Aufbau der Weinkarte den entscheidenden Vorteil für das Siegertreppchen. Bei der Verleihung der Spezialpreise zählten Aspekte wie neue Ideen in der Weinpräsentation oder die Konzentration auf eine einzige Weinregion.

In einer Vorrunde wurden die Karten anhand eines Bewertungsbogens mit 25 Detailkriterien bewertet. Die jeweils sieben besten Weinkarten jeder Kategorie zogen ins Finale ein und wurden dann von der Fachjury von Grund auf nochmals neu bewertet.
Neben den Siegern der einzelnen Kategorien wurden auch einige Spezialpreise vergeben (siehe rechte Spalte).

«Viele Weinkarten die zum Award eingereicht wurden, sind Eintrittskarten zum Weinparadies.» Bruno-Thomas Eltschinger, Präsident des Deutschschweizer Sommelier Verbands ASSP und Co-Organisator des Awards

Der Wettbewerb wurde von VINUM unter dem Patronat des Schweizer Sommelierverbandes ASSP/ASI/SVS durchgeführt.

Mein Wunsch: Eine etwas grössere Präsenz von preiswerten Weinen mit Charme und Persönlichkeit – diese werden nämlich in zahlreichen Weinregionen auf der ganzen Welt produziert!» Carlo Wismer, Casa del Vino

Die Jury
Jean-Marc Amez-Droz Swiss Wine Promotion | Ivan Barbic MW, Weinhändler | Hagen Britz Weinhändler Maison Libre | Agnese Broggini Gastronomin Ristorante Stazione, Intragna Bruno-Thomas Eltschinger Präsident Sommelier-Verband Deutschschweiz SVS | ASSP-Vizepräsident National für die Deutschschweiz | Elio Frapolli (Hotelier und Diplomsommelier SFS/ASSP | Ursula Geiger VINUM Redaktorin, Leiterin VINUM Wineguide | Peter Keller Weinjournalist NZZ am Sonntag, Weinakademiker | Alice Koller Eidg. dipl. Maître d'h?tel und Diplomsommelière SFS/ASSP | Piero Tenca Präsident Association Suisse des Sommeliers Professionnels ASSP | Gabriel Tinguely Weinjournalist, Redaktionsleitung Hotellerie Gastronomie Zeitung | Alexandre Truffer Stellvertretender Chefredaktor VINUM Romandie | Andrin C. Willi Chefredaktor Marmite | Carlo Wismer Weinhändler Casa del Vino AG | Thomas Vaterlaus Chefredaktor VINUM, Zürich |

 

 


 

 

Interviews mit den Gewinnern des Swiss Winelist Award 2017

Gourmet & Sterne
Park Hotel Vitznau | Vitznau | www.parkhotel-vitznau.ch

Gabriel Tinguely: Oliver Friedrich, als Leiter Gastronomie & Wein verwalten Sie gemäss Webseite 32’000 Flaschen Wein. Wie behalten Sie da den Überblick?
Oliver Friedrich: Wir haben ein ausgeklügeltes System, so dass alle Mitarbeiter, welche einen Zutritt zu den Weinkellern haben, den richtigen Wein finden. Die einzelnen Weinkeller sind mit verschiedenen Buchstaben versehen, die einzelnen Regale mit einem zweiten Buchstaben, das einzelne Ablagefach mit Buchstabe und Nummer.

Wieviel wiegt Ihre Weinkarte?
1,7 Kilogramm

Wie lange dauert es, bis ein bestellter Wein beim Gast ist?
Je nach Lagerort des Weines oder Champagners, kann dies zwischen einer und fünf Minuten dauern.

Wie sind sie zum Wein gekommen?
Während meiner Ausbildung im Hotel Bareiss bestand im dritten Lehrjahr die Möglichkeit ins Gourmetrestaurant Bareiss zu wechseln.
Dort wurde ich mehr und mehr mit Wein konfrontiert, wodurch mein Interesse geweckt wurde. Nach eineinhalb Jahren als Chef de Rang bot sich mir die Möglichkeit als Assistent von Jürgen Fendt, dem damaligen Chef Sommelier, mich ausschliesslich dem Thema Wein im Restaurant zu widmen.

Erinnern Sie sich noch an den ersten Wein, den Sie getrunken haben?
Abends auf der Terrasse mit meinem Vater. Einen Spätburgunder aus der Liter Flasche von der Winzergenossenschaft Bischoffingen am Kaiserstuhl.

Welche Ausbildung(en) haben Sie absolviert?
Ich habe Restaurantfachmann im FHG Modell gelernt, mich dann autodidaktisch mit Speisen und Getränken weitergebildet.
Neben meinen Anstellungen habe ich den Hotelbetriebswirt im Fernstudium und das WSET Level 3 in Olten absolviert.

Wie lange arbeiten Sie schon im Park Hotel Vitznau?
Seit März 2017.

Was fasziniert Sie am Park Hotel Vitznau?
Das Park Hotel Vitznau ist ein F&B geprägtes Hotel, welches mich meinen Kernkompetenzen gerecht und meinen Wurzeln treu bleiben lässt. Die traumhafte Lage lässt genauso wenig zu wünschen übrig wie der gigantische Weinkeller. Meine neue Funktion und das noch nicht allzu lange eröffnete Hotel lässt mir die Möglichkeit mich einzubringen, weiter zu entwickeln, Veränderungen anzustreben und diese Umzusetzen.

Welche Kunden bezahlen 890 Franken für drei Gläser 100-Punkte-Bordeaux des Jahrgangs 1982?
Dies sind meist Gäste, welche sich bereits seit längerem mit dem Thema Wein auseinander setzen. Sie haben bereits einen enormen Wissensstand und eine grosse Trink-Erfahrung. Sie haben Freude daran die besten Weine der Welt miteinander zu vergleichen und sind bereit für diese Leidenschaft etwas auszugeben. Es sind Gäste, die den Austausch in einer Gruppe mit Gleichgesinnten, in der diese Weine geöffnet werden, und dem Sommelier suchen.

Welchen Wein verkaufen Sie am liebsten?
Weine mit dem besten Preis-Genuss-Verhältnis. Somit haben die Gäste wie auch der Gastronom das grösste Vergnügen.

Welche drei Weine würden Sie auf die einsame Insel mitnehmen?
Einen Riesling, Chardonnay und Pinot Noir.

Was würden Sie sich als Henkersmahlzeit wünschen? (Essen und Weinbegleitung)
Spaghetti Bolognese von meiner Frau mit einer Lafite Rothschild 1977.

 

 


 

 

Gehobene Küche
El paradiso | St. Moritz | www.el-paradiso.ch

 

 

 


Zur├╝ck

Swiss Wine List Award 2017 – die Sieger im Überblick

Die Gewinner nach Kategorien:

Gourmet & Sterne
Park Hotel Vitznau | Vitznau | www.parkhotel-vitznau.ch

Gehobene Küche
El paradiso | St. Moritz | www.el-paradiso.ch

Gutbürgerliche Küche
Hotel Royal Savoy | Lausanne | www.royalsavoy.ch

Design & Szene
The Artisan | Zürich | www.theartisan.ch

Bars & Clubs
Kronenstübli Bar | Pontresina | www.kronenhof.com

Die Gewinner der Spezialpreise:

Sommelier’s Best – die Weinkarte mit der absoluten Höchstnote
La Bagatelle im Le Grand Chalet | Gstaad | www.grandchalet.ch

Ueli-Prager-Preis – Jury-Sonderpreis für die ungewöhnlichste, neuartigste Weinkarte der Gegenwart
KG Gastro GmbH | Liebefeld | www.kggastrokultur.ch

Regionales Herz – Spezialpreis für die Weinkarte mit einem besonderen Augenmerk auf regionale Einflüsse
Tenne | Gluringen-Goms | www.tenne.ch

Swiss-Wine-Preis – Spezialpreis für die Weinkarte mit einem besonderen Augenmerk auf Schweizer Weine
Restaurant Alpenblick | Wilderswil | www.hotel-alpenblick.ch

Hochprozentiges – Spezialpreis für die beste Spirituosenauswahl
Gasthaus zur Post | Rehetobel | www.belfort.ch

Mit einem Klick auf das Logo können Sie die Reportage im Vinum 07/17 als pdf herunterladen.