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Bouvier

Herkunft

Burgunderrebe x unbekannter Elternteil. Vermutlich handelt es sich um eine natürliche Kreuzung aus einer Burgunderrebe (Blauburgunder, Grauburgunder oder Weissburgunder) mit einer unbekannten Rebsorte. Die Rebsorte Bouvier wurde vom gleichnamigen Bankier und Gutsbesitzer  Clotar Bouvier auf seinen Besitzungen im heute slowenischen Herzogenberg (Hercegovščak) bei Oberradkersburg zwischen anderen Reben in einem Weingarten 1900 entdeckt und in der eigenen Rebschule durch Selektion weitergezüchtet.

Eine andere Quelle berichtet, dass die Bouvier-Rebe ursprünglich aus der französischen Schweiz stammt. Wie sie vom Genfersee ins slowenische Herzogenberg gelangte ist nicht belegt.


Verbreitung

Durch den Verkauf von Stecklingen verbreitete sich die Rebsorte schliesslich im damaligen Österreich-Ungarn. Dies erklärt auch ihre Verbreitung in Slowenien, Ungarn und der Slowakei, wobei sie in diesen Ländern eine sehr untergeordnete Rolle spielt.
Heute stehen in Österreich ca. 600 ha dieser früh reifenden Sorte, die 
gerne für den Sturm (Suser), als Tafeltrauben und zur Erzeugung von Jungweinen verwendet wird.


Eigenschaften

Bouvier benötigt tiefe, nährstoffreiche Böden und eine gute Wasserversorgung. Die Rebe hat eine gute Wiederstandsfähigkeit gegen Fäulnis und Frost. Daher ist sie auch für kühlere Gebiete geeignet und botrytisbeständig. Jedoch hat sie eine Neigung zur Chlorose (Vergilbungskrankeit) und schwankenden, eher geringen Erträgen. Die Trauben sind früh reif und werden bereits ab Mitte August glesen.


Weintyp

Die Weine zeichnen sich durch einen milden und säurearmen Geschmack, einem leichten Muskataroma und hohen Extraktgehalt aus. Die Farbe der Weine ist goldgelb. Die Trauben werden für die österreichische Spezialität Sturm, einem trüben, teilweise vergorenen Most (siehe auch Federweisser) verwendet oder zu Jungweinen verarbeitet. Bei entsprechender Pflege eignen sich die Trauben aber auch ausgezeichnet für die Herstellung von Süssweinen für die ein hohes Mostgewicht erforderlich ist. Prädikatsweine aus Bouvier werden hauptsächlich um den Neusiedlersee erzeugt. Die Trauben werden aber auch als Tafeltrauben verkauft.


Synonyme

Bela Ranina, Bela Ranka, Bouvierovo Ranina, Bouviertraube, Buvierov Hrozen, Buvije, Buvijeova Ranka, Buvileova Ranka, Findling (aber nicht zu verwechseln mit der Sorte Findling), Kimmig Kp 1, Precoce de Bouvier, Ragdonska Ranina Bela, Ranina, Ranina Bela, Ranka


Neuzüchtungen mit Bouvier:

Bianca, Edelsteiner, Oremusz, Romeo, Zenit, Zeus

Clotar Bouvier – zur Person:

Clotar Bouvier, Weingutsbesitzer und Rebenzüchter wurde 12.4.1853 in Weiz (Steiermark) geboren. Er verstarb am 26.9.1930 in Oberradkersburg (Gornja Radgona, Slovenien/Jugoslawien). Bouvier heiratete 1884 Maria Anna Spanger in Radkersburg und hatte mit ihr vier Töchter und zwei Söhne.
Bouvier besuchte die Handelsakademie in Graz und machte Paktika bei Sparkassen in Radkersburg. Seine Lebensaufgabe sah Bouvier jedoch im Weinbau, wo ihm der Familienbetrieb in Herzogenberg bei Radkersburg viele Möglichkeiten bot. Zu den wichtigsten Aufgaben gehörte die Verhinderung des Reblausbefalls und die Bekämpfung der Peronospora (Mehltau). Bouvier bediente sich der von Hermann Goethe gezüchteten Unterlagsrebe Rupestris Nr. 9, die eine schnelle Rekonstruktion ermöglichte. Sie wurde von ihm weit verbreitet. In der Rebenzüchtung gelang ihm mit der Rebsorte «Bouvier» ein schöner Erfolg; eine Rebsorte, die in Slowenien, der Steiermark und der Slowakei größere Verbreitung fand. 1882 gründete er eine Sektkellerei, die heute noch besteht. Die dazu gehörende Rebfläche konnte B. auf 200 Morgen erweitern. Im Alter von 70 Jahren übergab er seinen beiden Söhnen den Betrieb. Während das Gut in Slowenien 1945 enteignet wurde, konnte sein Sohn Fritz den Betrieb in der Steiermark fortführen und weiter entwickeln.


Mutationen

 

Auswahl von Produzenten, die
Bouvier anbauen:


Obrist SA
Alain Leder



Stiftung Kartause Ittingen
Heinz Scheidegger



Weingut Heidegg
Peter Schuler



Domaine des Coccinelles
Pierre Lambert



Iprevitis
Martin Buser



Weingut Tellen
Peter Krummenacher jr.



Hermann & Gaudio, Azienda Vitivinicola
Miriam Hermann



Staatskellerei ZĂŒrich
Christoph Schwegler



U. I. Herbstzauber GmbH
Urs Imhof



Capitaine, Domaine La
Reynald Parmelin



Zweifel Weine
Walter Zweifel



Bosshart + Grimm Bio WeingÀrten
Bruno Bosshart



Hof Aengelberg
Martin Schmidlin-Oesterle



Hausammann Eigenkelterung Iselisberg
Urs Hausammann



Bio-Weingut Sitenrain
Erika Breitschmid



Weingut zum Rosenberg
Manuel Tresch



MĂ€tzli
Noldi KĂŒttel-Roder



Le Petit ChĂąteau
Fabrice Simonet



Weingut FiBL
Andreas Tuchschmid



Tenuta vitivinicola Trapletti
Enrico Trapeltti



Löw, Weinbau
Fredy Löw



Seeburghof
Markus Reinhard



ChÀppeligenossenschaft
Thomas Suter



Quergut Arlesheim
Michael Huber



SchĂŒrmatt
Hans Barmet-Bleicher



Kellerei Kloster Einsiedeln
Dominic Mathies



Wein & Art by Reinhardt
Markus Reinhardt



Lenz, Weingut Roland und Karin
Roland Lenz



Hof MÀrcht «Hotzenhof»
Hermann Hotz



Rebbaugenossenschaft Reichenbach
Mercurius Weisenstein



Weinbau Meyer / Wyguet Terret
Ruedi Meyer



Weinbau Risch GmbH
Alfred KnĂŒsel



Weinbau Emmenberg
Joe Scherer



Weinbau Mariazell
Beat Felder-Meyer



Ottiger, Weinbau
Toni Ottiger



RĂ€tlisbacher Weine
Conny Sticher-Burri



da vinum
Daniel MĂŒller



Weingut Sonnenberg
Patrick Koch



Weingut am Steinig Tisch
Roman Rutishauser



Schödler, Weinbau
Judith Schödler



Rebberg MĂŒhlihalde Hohenrain
Rafael Schacher



Weingut Clerc Bamert
Fredy Clerc



Oberebersol
Thomas Roth-Salzmann



Azienda Agricola Bianchi
Alberto Bianchi



Julian Weingut
Julian Stammler



Biohof Alpbad
Johannes Hostettler



GVS Schachenmann AG
Pablo Nett



RĂ€blus Weinbau
Ruth Wysseier



Weingut Rohner
Otto Rohner